"Das verrückte Leben" junger Männer in den Slums von El Salvador, die für Ehre, Rache, Tattoos und Drogen leben. Während die Frauen Babys bekommen, stirbt immer wieder einer dieser "marereros". Auch Regisseur Christian Poveda (r.) wurde kürzlich ermordet, was seinem eindrucksvollen Report eine beklemmende Note verleiht.
Jonas nimmt die Hilfe der drei Freunde seiner Mutter, die ihn bei den Examensvorbereitungen unterstützen wollen, dankbar an. Doch die Erwachsenen interessieren sich nicht nur für Algebra und Literatur, sondern vor allem für Sexualkunde. Kontroverses und verstörendes Coming-of-Age-Drama.
Auch der zweite Teil beginnt mit einer Szene, die an Dramatik kaum zu überbieten ist. Im ersten Teil wäre Hannes bei einer Mutprobe fast zu Tode gestürzt, diesmal müssen die Krokodiler eine brüchige Hängebrücke überqueren, um ihr neues Hauptquartier in einem stillgelegten Bergwerk in Besitz zu nehmen. So aufregend, wie der Film beginnt, geht es weiter: Die Clique um Rollstuhlfahrer Kai kommt einem Komplott auf die Spur, das nicht nur Ollis und Maries Eltern den Job kosten könnte. Die Story des zweiten Teils stammt nicht von Jugendbuchautor Max von der Grün, sondern von Regisseur Ditter. Befreit von den Zwängen der Romanvorlage wirkt seine Fortsetzung wesentlich schlüssiger als das Original. Die Spielfreude der Darsteller, die packende Handlung und die frechen Dialoge machen "Vorstadtkrokodile 2" zu einem aufregenden Ereignis für die ganze Familie.
Vor einiger Zeit war es in Hollywood undenkbar, dass Mittfünfziger mit Bauch und Cellulitis eine romantische Komödie tragen könnten. Bis Filme wie "Was das Herz begehrt" das Gegenteil bewiesen. "Wenn Liebe so einfach wäre" richtet sich erneut an ein älteres Publikum, das nicht vergessen hat, was Schmetterlinge im Bauch sind: Zehn Jahre ist Jane (Meryl Streep) von ihrem Exmann Jake (Alec Baldwin) geschieden. Doch plötzlich fängt der Schürzenjäger wieder an, der dreifachen Mutter Avancen zu machen. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Jane schließlich auf eine Affäre mit ihm ein. Als sich auch noch der bescheidene Architekt Adam (Steve Martin) in sie verliebt, ist das Gefühlschaos perfekt. Unaufgeregt, unbeschwert und ohne die naiven Schwärmereien gängiger Romantic Comedys erzählt Regisseurin Nancy Meyers die liebenswerte Geschichte einer gestandenen Frau, die nach Jahren der Selbstaufopferung endlich wieder ihr Leben genießt. Das dürfte für jüngere Zuschauer etwas zäh sein, zumal der Film mitunter geschwätzig ist. Dafür entschädigt das Startrio um Meryl Streep mit ausgelassener Lebensfreude. Der zweite Frühling kann also kommen.
Ein Film von Heath Ledger und seinen Freunden", steht auf der Leinwand, und schon das ist ein Zeichen, dass dies kein gewöhnlicher Film ist. "Das Kabinett des Doktor Parnassus", die elfte Regiearbeit von Terry Gilliam, stellte den Regisseur vor besondere Herausforderungen. Nicht dass Gilliam keine Erfahrung mit schwierigen Drehbedingungen hätte. Seine Kämpfe mit Studios und Produzenten sind legendär und füllen ganze Bücher. Mal drohte er, das Negativ zu verbrennen, mal forderte er das Studio in Zeitungsanzeigen auf, doch endlich seinen Film zu zeigen. Der Dreh seines "Don Quijote" musste nach zwei Tagen sogar komplett abgebrochen werden. Aber nichts konnte Monty-Python-Mitglied Terry Gilliam darauf vorbereiten, was am 22. Januar 2008 geschah: Da starb in New York der australische Schauspieler Heath Ledger an einem Tablettenmix. Er war 29 Jahre alt. Eigentlich hätte er sich in jener Woche mit Steven Spielberg wegen eines neuen Projekts treffen und dann später nach Vancouver fliegen sollen, um seine Arbeit an "Doktor Parnassus" zu vollenden. Der Realteil seiner Rolle war schon abgedreht, jetzt waren Effektsequenzen im Studio dran. Doch Ledger kam nicht mehr dazu - Terry Gilliam erlebte den Super-GAU: den Tod seines Hauptdarstellers. Zuerst wollte Gilliam das ganze Projekt beerdigen. Doch viele bestärkten ihn, den Film in Ledgers Sinn zu beenden. Die Lösung fand er schließlich in einem Drehbuchkniff und in Gestalt von gleich drei Filmstars - alles Freunde des Toten -, die selbstlos einsprangen: Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell. Ihre (Minimal-)Gage spendeten sie Ledgers kleiner Tochter Matilda. Gilliam und Ledger hatten sich bei den Dreharbeiten zu "Brothers Grimm" kennengelernt und gleich so gut verstanden, dass von weiteren gemeinsamen Projekten die Rede war. Weshalb Gilliam auch die Gerüchte, Ledger sei an der Düsternis seiner Rollen in "The Dark Knight" und "Parnassus" zerbrochen, als absoluten Blödsinn bezeichnet (siehe Interview rechts). Aber makaber bleibt es doch, wenn Heath Ledger in seiner ersten Szene in Gilliams Werk erhängt von einer Brücke baumelt. Dabei erweist sich der von ihm gespielte Tony, ein charmanter Scharlatan, als wahrer Überlebenskünstler. Er stößt zum verlotterten Magier Doktor Parnassus (Christopher Plummer), der mit Tochter Valentina (Lily Cole) auf seinem Varietékarren umherzieht und einen magischen Spiegel besitzt, durch den die Menschen eine Fantasiewelt betreten, in der sie jeweils andere Gestalt annehmen können. Und das ist auch der Kunstgriff, der Tony plötzlich wie Depp, Law und Farrell aussehen lässt. "Parnassus" ist ein typisches Gilliam-Geschöpf, voll grandioser Bilder und überbordender Fantasie, die wie so oft mit ihrem Schöpfer durchgeht und manchmal zerfasert, keine rechte Linie findet. Man fühlt sich erinnert an den Irrsinn von "Time Bandits", den Größenwahn von "Baron Münchhausen", die Tragik von "König der Fischer", wobei die Beschränkungen des niedrigen Budgets (28 Mio. Dollar) deutlich zu sehen sind. Aber die Story vom toten Star und seinen Freunden, die halfen, ist es, die uns berührt, tief im Herzen.
Ihr Mann Ange ist außer sich. Man könnte meinen, seine Frau hätte ihn betrogen. Doch es ist noch viel schlimmer: Hélène trifft sich heimlich mit einem anderen Mann - um Schach zu spielen. Ange, der eifersüchtige Werftarbeiter, fühlt sich ausgeschlossen. Denn er versteht nicht, was seine Frau bewegt. Hélène arbeitet als Zimmermädchen in einem korsischen Hotel. Als sie eines Morgens ein amerikanisches Liebespaar beim Schachspielen beobachtet, ist es um sie geschehen. Wie magisch fühlt sie sich von dem geheimnisvollen Spiel angezogen. Ihre ersten unbeholfenen Partien spielt sie gegen einen Schachcomputer. Schließlich gelingt es ihr, einen Lehrer zu finden: Doktor Kröger (Kevin Kline), ein griesgrämiger Sonderling, dessen Haus sie in Ordnung hält, erklärt sich widerstrebend bereit, sie zu unterrichten. Die Dame ist die stärkste Figur. Nicht nur im Schachspiel, sondern auch in dieser feinfühligen Adaption von Bertina Henrichs' Roman. Mit Intensität und Hingabe spielt Sandrine Bonnaire die Rolle einer Frau, die entschlossen ist, ihrer Leidenschaft zu folgen und ihr Leben Zug um Zug zu verändern.